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Der Blick nach vorne 

Ich glaube kein Mensch bereitet einen darauf vor, dass es so überwältigend sein kann auf einmal in der großen weiten Leere nach dem Abitur zu stehen. Den Blick hatten wir stehts nach vorne gerichtet. Die Tage gezählt bis zu den letzten Prüfungen und ganz plötzlich war alles vorbei. Die schönen Momente des letzten Beieinanderseins aber gleichzeitig auch die Momente des Abschieds häuften sich und dann ließ man uns frei. Fast alle hatten so sehnsüchtig auf diese Freiheit gewartet. Man begann Pläne zu schmieden, in die Zukunft zu träumen und jene Zeit herbei zu sehnen.

Hier ist sie. Diese Freiheit. Dieses Gefühl. Ganz ehrlich, mich überfordert es. Solange träumten wir von dieser Freiheit, aber die Schule gab uns diese in gewisser Hinsicht kaum. Endlich eigene Entscheidungen treffen zu dürfen. Was will ich studieren? Was soll aus mir werden? Was mache ich in der nächsten Zeit? Die Antwort nichts und einfach mal entspannen ist hierfür definitiv keine Lösung. Hat einer von euch mal versucht mehrere Monate lang nichts zu tun. Die Tage werden immer unproduktiver. Die Zeit zieht so an einem vorbei ohne das Gefühl zu haben einen Schritt weiter gekommen zu sein. Für mich also definitiv keine dauerhafte Lösung. Ich bemerkte wie ich Schritt für Schritt diese Freiheit willig wieder aufgab und mich für bestimmtes verpflichtete, um diesem Gefühl der Tatenlosigkeit zu entfliehen. Das mag sich absurd anhören, denn bei der Vorstellung vielleicht nie wieder so viel Freiraum für Entscheidungen zu haben, so viel Freizeit und so viele Möglichkeiten zu haben, müsste man doch eigentlich eine tolle Zeit haben. 

Man merkt schon, in meinem Kopf herrscht ein unglaubliches Chaos. Ich bin vielleicht nicht der entscheidungsfreudigste Mensch und schaue sicherlich auch nicht in eine durchgeplante Zukunft. Ich genieße diese Zeit. Mein Ding zu machen und mich selber auf eine ganz andere Art und Weise kennenzulernen. Wir werden erwachsen. Wir müssen unsere Entscheidungen selber in die Hand nehmen  und diese Flut von neuen  Erfahrungen, neuen Freiheiten und diese kleine Last der gewachsenen Verantwortung macht es uns sicher nicht immer leicht. Doch ich halte den Blick nach vorne gerichtet, weil das Schwelgen in vergangenen Zeiten zwar ein Teil von mir ist aber das Hier und Jetzt und die neuen Wege, die ich bestreiten werde  vor mir liegen.

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